F90 – InterRegio

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Warnung!

Viele Eisenbahnfans sind Menschen, die auf absoluten Realismus stehen.

Angesprochen gefühlt? Dann diesen Beitrag bitte nicht lesen. Er beschreibt eine art alternative Zeitlinie und nicht den Ist-Zustand.

Viele sehen die Einstellung des InterRegios bis heute als misslungenen Versuch mehr Fahrgäste in den InterCity zu bekommen bzw. die Länder zum bestellen von Nahverkehrsleistungen zu zwingen. Ausser der Bezeichnung von InterRegio zu InterCity änderte sich bei vielen Linien nichts, abgesehen von dem höheren Preis. Im Ergebnis blieben Fahrgäste komplett weg oder stiegen auf die ohnehin mit besserem Wagenmaterial ausgestatteten Regionalzüge um, die ohnehin teilweise schon in Konkurrenz zum IR fuhren.

Was aber wenn die Züge nicht abgeschafft worden wäre?

Bedingt durch das Regionalisierungsgesetz, würde es allerdings zwei verschiedene InterRegio geben. Den eigenwirtschaftlichen Fernverkehrs IR (also lichtgraue Wagen mit rotem Streifen) und den von den Ländern beauftragten bzw. subventionierten IR (Rote Wagen). Bereites vor Abschaffung der IRs konnten diese auf einigen Strecken oder innerhalb von Verkehrsverbünden mit normalen Nahverkehrsfahrkarten genutzt werden. Diese Regelung ist heute auf viele IC-Linien übergegangen, bis hin zu von den Ländern bestellte IC Leistungen wie z.B. IC Linien 56. So machen die zwei IRs durchaus sinn.
Der Einfachheit halber bezeichne ich den Fernverkehrs IR als InterRegioExpress, der Bezeichnung der heutigen Länder IRs. Als Express sollten aber die höhere wertigen bzw. schnelleren IRs bezeichnet werden, nicht anderes rum.

Im folgenden wird angenommen, dass die IC-T Züge wie urspünglich geplant als InterCity und InterRegio(Express) eingesetzt werden und in der vorgesehenen Stückzahl geliefert wurden. Aus der 127/128 ist mindestens eine 189/200 km/h schnelle Serienlokomotive entstanden, der besseren Übersicht hier als 187 bezeichnet. Ferner wird angenommen, dass die IC-Wagen entsprechend modernisiert bzw. durch neue ergänzt wurden und für die IRE/IR Züge entsprechend zur Verfügung stehen.  

InterRegioExpress

Bedingt durch die IC-T Züge würden viele InterCity Wagen für den InterRegioExpress freiwerden, so können Züge (analog zum heutigen München-Nürnberg-Express) mit diesen (modernisierten) Wagen gebildet werden. Diese würden auf den langen IRE-Linien eingesetzten werden, wie z.B.  Flensburg – Fulda oder Kassel – Konstanz.

Gebildet würden diese Züge wie folgt:

IRE Langzug - Grafiken: Marc Le Gad CC-BY-NC-SA t.w. modifiziert.

Langzug: 187 + Apmz + Avmz + WRmz + Bvmsz + Bpmbz + Bpmz + Bpmz + Bpmz + Bpmdz + Bpmbdzf
Kurzzug: 187 + Avmz + Bvmsz + Bpmbkz + Bpmz + Bpmz + Bpmbdzf

Zusätzlich kommen auf weniger frequentierten Strecken oder auf Strecken mit Flügelzügen IRE-T Züge zum Einsatz. Beispielsweise Norddeich – Saarbrücken/Heidelberg mit Zugteilung in Koblenz oder Karlsruhe – Salzburg/Nürnberg mit Zugteilung in Stuttgart.

Auf einigen Linien, die sehr Nachfragestark sind, wäre die Kapazität der klassischen IR-Wagen, auch wenn sie durch freiwerdende IC-Wagen ergänzt werden nicht ausreichend. Für diese Linien werden ganz klar Doppelstockwagen benötigt, die SBB hatte bereits 1997 Doppelstock-ICs beschafft. Etwa zur selben Zeit baute die Deutschen Waggonbau AG  bzw.  Bombardier Transportation die ersten 160 km/h Doppelstockwagen für die Deutsche Bahn. Die Idee für entsprechende Doppelstockfahrzeuge, wie sie seit Ende 2015 im Einsatz sind, liegt hier extrem nahe.
Solche Wagen würden also im hoch frequentierten InterRegioExpress benutzt werden. Die Ausstattung wäre, analog zu den heutigen Doppelstock ICs etwas besser wie im RegionalExpress Doppelstockwagen. Je nach Strecke sollten entweder 189/200 km/h 187 oder 160/189 km/h schnelle 146 eingesetzt werden.

Ein solcher Zug könnte wie folgt gebildet werden:

IRE Langzug - Grafiken: Marc Le Gad CC-BY-NC-SA t.w. modifiziert.

Langzug: 187/146 + DApza + DWRBpza + DBpza + DBpdza + DBpbza + DBpza + DBpbdzfa
Kurzzug: 187/146 + DABpza + DBkpza + DBpza + DBpza + DBpbdzfa

Wie beim ÖBB Railjet könnten Doppelganituren z.B. für Flügelzüge genutzt werden, insbesondere dort, wo die Kapazität der IRE-T nicht ausreicht. Ein Doppelstockzug gleicher Länge hätte eine etwa 35% höhere Kapazität. Natürlich geht diese Kapazitätserweiterung wieder zu lasten des Komforts. Sinnvoll wären diese Züge beispielsweise auf dem Linienast Hannover – Berlin.

Mit einer dem IRE-T angepassten Wagenreihung könnte der Zug wie folgt aussehen:
187/146 + DABpza + DBkpza + DBpza + DBpbdzfa + 187/146 + DABpza + DWRBpza + DBpza + DBpdza + DBpza + DBpbdzfa

InterRegio

Unterhalb der IRE aber noch oberhalb der RE würde sich der IR ansiedeln.  Diese würden auf Strecken fahren die kürzer sind, wie die der IRE, und oft noch innerhalb eines Bundeslandes liegen. Beispielsweise Flensburg-Hamburg, Berlin – Chemnitz oder Würzburg – München.
In diesen Zügen könnten, neben IC-Wagen, die freiwerdenden IR-Wagen, nach Modernisierung (wie beim SH-Express), eingesetzt werden. Dabei muss die Kapazität der Wagen berücksichtigt werden, ein Bimz 60 bietet Sitzplätze an während ein Bpmz 80 Plätze besitzt. Natürlich weisen die Bimz einen höheren Komfort auf, insbesondere wenn mit Klimaanlage nachgerüstet. Allerdings geht der Komfort sehr schnell verloren, wenn der Wagen überfüllt ist.

Die Wagenreihungen wären natürlich stark von Bedarf und Bahnsteiglänge abhängig. Grundsätzlich sind folgende Basis-Konfigurationen möglich:

IR Variante 1 - Grafiken: Marc Le Gad CC-BY-NC-SA t.w. modifiziert.

120/187 + Aimz + ARkimbz + Bvmsz + Bpmbz + Bpmdz + Bpmz + Bpmz + Bpmdz + Bpmbdzf
120/187 + Aimz + ARkimbz + Bimsz + Bpmbz + Bimdz + Bimz + Bimz + Bimdz  + Bimdzf
120/187 + Aimz + Bimsz + Bpmbkz + Bimdz + Bimz + Bimz + Bimdzf
Jeder Zug sollte über ein Fahrzeug mit Mehrzweckbereich (d), zwei mit Einrichtung für mobilitätseingeschränkte Fahrgäste (b) und ein „Servicewagen“ (s) verfügen, so das alle Services angeboten werden können.

Restaurant / Bistro

Ebenfalls oft bemängelt wurde der Wegfall der Restaurants in den IC/ICE Zügen, was natürlich mit dem Mikrowellen-Angebot total logisch war, den Unterschied abzuschaffen. Hier wird davon ausgegangen, dass dieser Fehler nicht gemacht wurde.
So sind die IC-Züge mit vollwertigen Restaurants und „echter“ Küche ausgestattet. Diese werden in den IREs genau so eingesetzt, in den Doppelstockzügen sind (analog zu den Schweizer IC2000) passende Wagen vorhanden. Diese als DWRBpza bezeichneten Wagen verfügen über einen Speiseraum und eine Küche im Unterdeck und 2. Klasse Sitze im Oberdeck.

DWRBpza Aussenansicht (Grafik Marc Le Gad CC-BY-NC-SA 3.0)

DWRBpza Aussenansicht (Grafik Marc Le Gad CC-BY-NC-SA 3.0)

DWRBpza Innenraumnutzung, Schema (Grafik Marc Le Gad CC-BY-NC-SA 3.0)

DWRBpza Innenraumnutzung, Schema (Grafik Marc Le Gad CC-BY-NC-SA 3.0)

Denkbar wären reine Speisewagen DWRza, welche im Oberdeck ebenfalls Speiseraum mit Bedienung anbieten oder (wie beim ICE1) Fahrzeuge mit Speiseraum im Oberdeck und Bistro im Unterdeck neben der Küche.

DWRza Aussenansicht (Grafik Marc Le Gad CC-BY-NC-SA 3.0)

DWRza Aussenansicht (Grafik Marc Le Gad CC-BY-NC-SA 3.0)

DWRza Innenraumnutzung, Schema. Speise- und Bistrowagen (Grafik Marc Le Gad CC-BY-NC-SA 3.0)

DWRza Innenraumnutzung, Schema. Speise- und Bistrowagen (Grafik Marc Le Gad CC-BY-NC-SA 3.0)

DWRza Innenraumnutzung, Schema. Reiner Speisewagen (Grafik Marc Le Gad CC-BY-NC-SA 3.0)

DWRza Innenraumnutzung, Schema. Reiner Speisewagen (Grafik Marc Le Gad CC-BY-NC-SA 3.0)

Ergänzt werden diese Fahrzeuge durch ARkimbz, Bpmbkz und DBkpza, welche nur einen Bistro-Bereich für kürzere Züge besitzen.

DBkpza Aussenansicht (Grafik Marc Le Gad CC-BY-NC-SA 3.0)

DBkpza Aussenansicht (Grafik Marc Le Gad CC-BY-NC-SA 3.0)

DBkpza Innenraumnutzung, Schema (Grafik Marc Le Gad CC-BY-NC-SA 3.0)

DBkpza Innenraumnutzung, Schema (Grafik Marc Le Gad CC-BY-NC-SA 3.0)

IC mod

Alle erwähnten Wagen, die nicht neu beschafft wurden, sind selbstverständlich zwei mal modernisiert worden. Damit ist nicht gemeint, dass man plötzlich merkt, scheisse auch der zweite Versuch die IC-Züge durch Triebwagen zu ersetzen hat nicht geklappt und die Wagen fallen auseinander… schnell! Baut neue Sitze ein. Wie es beim IC mod Programm gemacht wurden. Vielmehr wurden die Wagen zu den Zeitpunkten wo es nötig bzw. angebracht war modernisiert. Das sollte etwa zusammen mit Indienststellung der IC-T Züge (oder ggf. neuer IC-Wagen) und zusammen mit den ICE1/2 Zügen sein.

Aus den ursprünglichen Wagen sind dabei weitere Typen entstanden, wie dem Bpmdz mit Fahrrad-Bereich oder Bvmsz mit Service-Abteil für das Zugpersonal.
Ferner wurden einige Bimz, analog zum Bvmsz, in Bimsz umgebaut um in diesen Zügen ebenfalls Reservierungsanzeigen bereitzustellen.